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Andere,„die Erörterung theologiſcher Streitfragen iſt
hier nicht an ihrem Platze; es handelt ſich einfach um die Berechtigung der Kunſt, frei und unbeſchränkt ihre Denkmale zu errichten;— ſo frei und unbeſchränkt min⸗ deſtens, wie ſie ſich unter dem Einfluß bewährter Re⸗ geln und des Geiſtes der Zeit ſchaffen laſſen.
„Wer wollte den Künſtler tadeln, der in dem Streben, die. Ideen der Gegenwart zu verkörpern, ſich aus dem ſtehenden Gewäſſer begrenzter Anſchauungen hinauswagt in die friſche Strömung der Zeit, die ihm den Blick in neue Perſpectiven, in freiere, verſtändlichere Situationen eröffnet? Und wer wollte den Künſtler zur Maſchine durch die Zumuthung herabwürdigen, einem Ideale zu huldigen, das ihn nicht mehr begeiſtern kann, und das er nicht frei erwählt hat?“
„Und unter dieſem Ringen nach Freiheit iſt die Kunſt in argen Verfall gerathen,“ ſagte Adrian. „Wenn die Kunſt heute,“ lautete die Antwort, „alte Stoffe auf andere Weiſe als vor Jarhunderten behandelt, ſo berechtigt uns dieſe Wahrnehmung noch nicht, ihre Leiſtungen gering zu ſchätzen und ihre Blüte⸗ zeit für abgeſchloſſen zu erklären. In ewiger Wechſel⸗ wirkung zu dem Culturzuſtande und der religiöſen Rich⸗ tung der Völker, muß ſie mit dieſen ſich ändern, fort⸗ Kinder der Zeit. I. 5


