Teil eines Werkes 
1. Theil (1862)
Entstehung
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ſchreiten, und ihre Nahrung aus dem Boden ziehen, den ihr die gegenwärtigen politiſchen, religiöſen und ſocialen Verhältniſſe bieten. So lebt die Kunſt, und ſo wird ſie fortleben, wenn der Künſtler, ſtatt ein altes, ſchönes Thema in alter, gebräuchlicher Weiſe zu wiederholen, es umgeſtaltet; wenn er, auf den Herzſchlag der gegen⸗ wärtigen Generation lauſchend, Geiſt von unſerem Geiſte, Blut von unſerem Blute trt um einen Mo⸗ ment der progreſſiven Entwickelung ein Denkmal zu ſetzen. Dieſe Auferweckung iſt voll hoher Poeſie, und von vollendeter Ausführung. Möglich, daß ſie harten Tadel findet, deſſenungeachtet bleibt ſie aber eine preis⸗ würdige, künſtleriſche That, für die wir mit derſelben Unparteilichkeit Anerkennung haben ſollten, mit der wir mytheologiſche Scenen und Heiligenbilder betrachten. Was dem Einen recht iſt, iſt dem Andern billig; darum Achtung dem Schöpfer dieſes Bildes!

Das wollen wir ſehen, ſagte Adrian leiſer, ich werde darauf antragen, daß es abgenommen werde.

Das mag Ihnen vielleicht gelingen, antwortete ſein Widerſacher,ſchwerer wird es jedoch halten, das Bild abnehmen zu laſſen, was in den Köpfen der Ma⸗ jorität des Volkes lebt. Sie laſſen dieſe Auferweckung abnehmen, und ein Chriſtus im Tempel, wie er mit echt menſchlichem Zorn die Tiſche umſtürzt und die Wucherer