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nerie entnommen, nuüd ſo die Erzählungen der beiden Auferweckungen verſchmolzen haben.“
„Für die der heiligen Schrift entnommenen Stoffe gibt es nur eine Geſtaltung,“ entgegnete Adrian herriſch; die Willkür ſollte nicht bis an das Heilige hinanreichen und es profaniren dürfen.“
„Das iſt hier nicht geſchehen,“ fiel eine ruhige, klangvolle Männerſtimme ein.„Das Bild weicht ab von der herkömmlichen Auffaſſung, aber es iſt ſchön.“
„Und was nennen Sie ſchön?“ fragte Adrian mit einigem Spott.
„Das Harmoniſche iſt ſchön, ſagt Hegel— das Natürliche iſt ſchön, ſagt Ariſtoteles— das Gefallende iſt ſchön, ſagt Göthe— das Lebendige iſt ſchön, und das Bild iſt lebendig, wahr empfunden, und vom leben⸗ digen Athem des Geiſtes durchweht!“ ſagte wieder die tiefe Stimme.
„Ja,“ antwortete Adrian mit Schärfe,„der Künſt⸗ ler hat ſich den Heiland— wie die Weglaſſung der Strahlenglorie genugſam bekundet— als einen jüdiſchen Charlatan oder Arzt gedacht, und ma ihn in dieſen Eigenſchaften allerdings lebendig genug empfunden ha⸗ ben; daß er aber wagen durfte, ihn ſo darzuſtellen und den Blicken derer, die ſich nach ihm Chriſten nennen, Preis zu geben, das hätte ich ſo wenig erwartet, als die


