Teil eines Werkes 
1. Theil (1862)
Entstehung
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221 Blicke mit dem Ausdrucke tiefer Entrüſtung einen Schritt zurück.

„Das Bild findeſt Du ſchön?“ ſagte er verächt⸗ lich;„nun, ſo laß doch hören, was gefällt Dir denn be⸗ ſonders daran?“

„Das weiß ich nicht,“ ſagte Regine ſchüchtern; „muß man denn ſtets des Grundes gewiß ſein, wenn man Freude an etwas hat?“

„Man muß immer wiſſen, weshalb man für oder gegen eine Sache iſt; in dieſem Falle aber haben wir, ſowie die ganze Chriſtenheit, Grund, gegen dieſes Bild zu eifern, weil es eine falſche und frivole Darſtellung von einem der göttlichen Wunderwerke iſt. Mag noch ſo

viel Fleiß auf die Arbeit verwendet worden ſein, ſie iſt

und bleibt doch immer nur eine ſchön coſtumirte Lüge.“

Damit trat er mit Reginen in das anſtoßende Zim⸗ mer, vielleicht um einem Schwarm Zuſtrömender Platz zu machen, die einem gemeinſamen Ziele zuzuſtreben ſchienen. Regine erkannte Roßleben unter denſelben, und war nicht unzufrieden, ſeinen Artigkeiten zu ent⸗ gehen.—

„Hier iſt das Töchterlein des Jairus,“ ſagte einer der Herren, und ſchritt gerade auf das Bild zu, welches Regine kaum verlaſſen hatte.„Da ſehen Sie ſelbſt, meine Herren, ob ich Recht habe!“