Teil eines Werkes 
1. Theil (1862)
Entstehung
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des Himmels— es war der Bürger der Erde in ſeiner vollendetſten, idealſten Größe, deſſen Auge die Geheim⸗ niſſe des körperlichen wie geiſtigen Lebens gleich tief durchdrang. Sein forſchend geſpannter Blick ruhte auf dem Mägdlein, das ſich bereits der Bewußtloſigkeit zu entringen ſcheint. Schon iſt die Farbe des Todes gewi⸗ chen, ſchon rinnt das erwachende Leben durch die leiſe durchſchimmernden Adern, gewiß, das Auge wird ſich öffnen, ſobald das mahnende Wort:„Kind, ſtehe auf!“ aus dem milden Munde des Meiſters ertönt.

An dem leidenſchaftlich geſteigerten Ausdrucke der Züge Jairus erkennt man, daß der Wendepunkt ſeines Schmerzes zugleich der Höhepunkt ſeines Glückes ge⸗ worden iſt; die Stirne iſt wie im Triumph gehoben, nicht in andächtiger Wundergläubigkeit geſenkt; im Auge meint man den Strahl inbrünſtiger Verehrung durch die Thräne brechen zu ſehen. Auch aus den Geſtalten der ſeitwärts gruppirten Hebräer ſpricht individuelles Leben, nicht jene allgemeine Formenſchönheit, die nach anerkannt giltigen Muſtern ängſtlich genau gebildet worden iſt.

„Sieh doch, Adrian, wie ſchön,“ ſagte Regine leb⸗ haft bewegt, nachdem ſie eine lange Zeit das Bild hatte auf ſich wirken laſſen,„wer mag es gemalt haben?“ Adrian trat hinzu, wich aber nach einem prüfenden

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