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die Trauerſchleier zu lichten, die über das junge Leben gebreitet waren. Ueber das ganze Firmament flog ihr Auge, an jenen Doppelſternen haftete ihr Blick, die in ewig vereinten Lauf mit gleich weißem Licht die Tiefen des Welttaums durchwandern. Einſt hatte man ihr dieſes Doppelgeſtirn als das Bild zweier in Liebe vereinigten Herzen genannt, und oft hatte ſie fragend zum Himmel geſehen, um Troſt und Glauben für ſich zu gewinnen; es blieb zuſammen, ob auch ihre Bande ſich löſten.
Jetzt ertönte in der Ferne Tanzmuſik; die von den Luftwellen zerriſſenen Harmonien gelangen an⸗ fangs nur in Fragmenten, wie räthſelhafte Fragen, zu ihr, bis der Rhythmus deutlicher hervortritt, bis ſie die lockenden Harpeggien erkennt, die plötzlich Raum und Zeit vor ihr verſinken laſſen. Sie iſt wieder in glänzenden Räumen, geſchmückt mit Blumen, die aus brennenden Augen, wie ſie ſelbſt, blicken, ſie hört die bekannten Hornſignale, ſie fühlt ſich umfaßt, fort⸗ gezogen in die Wirbel des Tanzes, ſie weiß den Blick der Liebe auf ihrem Geſicht ruhen, und in ihr Ohr dringen alle die heißen Worte der Leidenſchaft, die noch immer in der Erinnerung nachglühen, wie das Abendroth, nachdem die Sonne ſchon längſt hinab⸗ geſunken iſt.


