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ihre Lippen treten zu wollen. Als ſie aber das Geſicht ihres Vaters immer noch milde, wenn auch ſorgenvoll ſah, erlangte ſie ihre Ruhe wieder.
„Höre mich an; ſobald Du meine Gründe kennſt, wirſt Du mir und ihnen Recht widerfahren laſſen,“ ſagte ſie, indem ſie ſich neben ihm ſetzte.„Ich bin zweiundzwanzig Jahre alt, meine erſte Jugend liegt hinter mir, alle Befürchtungen eines ungewiſſen Mäd⸗ chenſchickſals liegen vor mir. Deine und der Tante Großmuth haben mich nicht nur vor Mangel bewahrt, ſondern mich auch in Bequemlichkeit und Ueberfluß großgezogen, haben mich Anſprüche gelehrt, deren Be⸗ rechtigung vielleicht zweifelhaft iſt, deren Aufgeben mir aber immer ſchmerzlich ſein würde. Den Geſetzen der Natur zu Folge werdet Ihr aber nicht immer für mich ſorgen können, und es wird eine Zeit kommen, wo die Hände, aus denen ich gern und reichlich empfing, nicht mehr ihr mildes Werk erfüllen können. Dann bin ich arm; denn nichts— nichts gehört mir und hat je mir gehört. Dann kommt der Mangel, die unſelige Sorge um das tägliche Brot. Unter grauſamen Ent⸗ behrungen und harter Arbeit muß ich dann mein Leben friſten und mich viel tiefer unter den Willen Derer beugen, die es der Mühe werth finden, mir Verdienſt


