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Kirche, die das ungeweihte ketzeriſche Eheband wieder aufloͤſt, und du wirſt mein, auf ewig mein!“
„Ach, Armand, welche kuͤhn⸗verwegene Gedanken ſteigen in dir auf! Mir wird ploͤtzlich ſo bang und weh zu Muth, ich kann dir nicht ſagen wie ſehr. Schau wie die Wetterwolken ſich am Himmel dort emporthuͤr⸗ men; diamantene Blitze fahren zackig durch die ſchwar⸗ zen Trauerfloͤre und der Donner grollt zurnend wie an jenem Hochzeittag Editha's, wo Carpezan als Obriſt um mich warb. Schau, wie die weißen Moͤven, gleich vom Sperber gejagten Tauben, aͤngſtlich am Meeres⸗ ſpiegel dahinflattern! Wer weiß, welche finſtere Geiſter uͤber unſern Häuptern ſchweben!“
„Ha, Ludmilla, mir kommt ein Gedanke! Siehſt du den Nachen dort am Fuß des Schloßdammes ange⸗ bunden? Win ſteigen hinein und ich fahre dich nach Hollands naher Kuͤſte in drei Stunden hinuͤber. Mein Arm iſt ruͤſtig und im Rudern gewandt. In wenigen Tagen ſind wir bei den ſpaniſchen Truppen und eilig fliegen wir dann dem theuern Frankreich zu. Saͤume keinen Augenblick, nimm von Gold und Juwelen mit, was du haſt, und folge mir ſogleich. Es iſt unſer Schutz⸗ geiſt, der mir's eingiebt.


