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Armand griff in die Zither und ſang: Mein Herz iſt dein,
Dein Herz iſt mein,
Wir haben den Himmel fur uns allein, ſichts hat die Welt,
Was uns gefaͤllt,
Wir wollen nur eins im andern ſein!
Komm Drang und Noth,
Komm Sturm und Tod,
Wir haben genoſſen die Seligkeit; Ihr raubt nichts mehr,
Ins dunkle Meer
Verſinken wir freudig zur Ewigkeit!
„O theurer Armand,“ fragte Ludmilla betroffen, „was war das für ein ſchoͤnes, aber traurig endigendes Lied? Das hab' ich noch nie von dir gehoͤrt.“
„Ich hab' es in dieſen Tagen erſt gedichtet und ſelber in Muſik geſetzt, wie es die alten Troubadours zu thun gepflegt. Aber, ſei ohne Sorgen, es iſt mir mit dem Sterben noch nicht Ernſt, mein ſußes Liebchen. Laß uns vielmehr darauf ſinnen, wie wir bald ganz gluͤcklich werden konnen. Frei muͤſſen wir werden, frei, Ludmilla! Ich fuͤhre dich heim in mein ſchoͤnes Vater⸗ land; du trittſt zuruͤck in den Schooß der heiligen


