Druckschrift 
Der Obrist von Carpezan / von Ernst von Brunnow
Entstehung
Einzelbild herunterladen

129

aber ihre Thränen zeigten, daß ihr Herz Nein ſagte. Reizender war ihm das holde Weſen noch nie erſchienen. Mit Allgewalt umſchlangen ihn die Zauberketten der Liebe, alle ſeine Nerven ſtrebten magnetiſch angezogen zu ihr hin.Ludmilla, rief er in hoͤchſter Aufregung, ich bleibe!

Triumph, jubelte Carpezan, ihn ſtuͤrmiſch um⸗ armend,ich habe meinen Bruder wieder!

In der Stille einer klaren Sommernacht ruͤckten die ſaͤmmtlichen deutſchen Truppen des vereinigten Mannsfeldiſch⸗Braunſchweigſchen Corps aus ihren Standquartieren und traten den Marſch nach den Nie⸗ derlanden an, den ſie anfangs mehre Tage lang ohne alle Hinderniſſe fortſetzten. Schon hatten ſie die Grenze des Hennegau uͤberſchritten, als ſie plotzlich bei Fleurus auf das ihnen entgegenkommende Heer des ſpaniſchen Generals Corduba ſtießen, das ſich ſogleich in Schlacht⸗ ordnung gegen ſie aufſtellte. Mit Loͤwenmuth ſchlugen ſich die deutſchen Feldherrn durch die kampfgeubten Schaaren des weit uberlegenen Feindes und vereinigten ſich glucklich mit der ihrer harrenden Streitmacht des Prinzen Moritz von Oranien. 9