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Der Obrist von Carpezan / von Ernst von Brunnow
Entstehung
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Armand, wie kannſt du mich ſo kränken! Nein, du biſt nicht mein Gefangener, biſt mein Freund, mein Bruder, von dem ich nicht laſſen kann!

Sei großmuͤthig, Jaromir, unſer Schickſal trennt uns!

Nimm Dienſte unter Mannsfeld's Truppen, du ſollſt ſogleich als Hauptmann bei uns angeſtellt werden, ich buͤrge dir dafuͤr.

Nimmermehr! Wie kannſt du als Soldat mir den Eidbruch gegen meine Fahne zumuthen?

Reich deine Entlaſſung ein, du biſt ein freier Edelmann.

Ich diene Frankreich, weil ich Franzoſe bin; deine Ueberredung iſt umſonſt.

Ludmilla, hilf mir ihn bezwingen, rief Carpezan

ins Nebengemach,der Undankbare will uns auf immer

verlaſſen.

Ein heftiger Kampf tobte im Buſen der ſchoͤnen Frau.Theuerer Armand, ſprach ſie in Thraͤnen ausbrechend,ihr ſeht mich weinen, aber thut, was ihr muͤßt. Ja, es iſt beſſer, wir ſcheiden!

Armand ſchaute ſie mehre Minuten lautlos an. Sie hatte mit ihren Worten ſeinen Entſchluß gebilligt,