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Der Obrist von Carpezan / von Ernst von Brunnow
Entstehung
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als Unterpfand bemaͤchtigt und war damit auf Prinz Chriſtian's Seite ubergetreten.

Um das Maß ſeiner Verlegenheit zu fuͤllen, erhielt Mannsfeld noch von ſeinen Kundſchaftern die Nach⸗ richt, daß die franzoͤſiſche Regierung ihn nur mit fal⸗ ſchen Vorſpiegelungen hinhalte, um dem aus den Rhein⸗ landen zum Succurs herbeigerufenen ſpaniſchen General Corduba Zeit zum Heranruͤcken zu geben und dann die Deutſchen von zwei Seiten zugleich zu faſſen und zu vernichten. Hier galt es einen raſchen Entſchluß. Mannsfeld eilte, ſich mit dem Braunſchweiger zu ver⸗ ſohnen und ſeine rebelliſchen Reiter zu befriedigen. Zugleich wurden von beiden Heerfuͤhrern Eilboten an Prinz Moritz von Oranien geſchickt, um ihm ihre Dienſte gegen die Spanier anzubieten. Dieſer, der vom General Spinola gerade hart bedrängt wurde, ſchlug freudig ein und verabredete, daß ſie ſich mit ihm zum

Entſatz der Feſtung Bergen op Zoom vereinigen ſollten.

Jetzt war der verhängnißvolle Moment fuͤr Armand gekommen, der uͤber ſeine Trennung von Frankreich unwiderruflich entſcheiden ſollte. Noch einmal erwachte der alte Zug zum Vaterlande und die Stimme der krie⸗ geriſchen Pflicht in ihm. Den mächtigen Impuls der