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ſcheiden wuͤrde. Aber noch furchtbarer erſchreckte ihn der Gedanke der Trennung von Ludmilla, fuͤr welche die gluͤhendſte Leidenſchaft in ſeiner Bruſt zu lodern begann. Es war zum erſtenmal, daß ihn der Pfeil der Liebe getroffen, und er liebte mit aller Heftigkeit eines Provengalen. Ja, das Feuer ward um ſo maͤchtiger, je tiefer er es in ſein Innerſtes zu verſchließen ſtrebte, da die Pflicht der Dankbarkeit und Rechtlichkeit ihn vom Verrath an Carpezan abmahnte.
Auch Ludmilla kämpfte anfangs redlich gegen ihre mit Zaubermacht ſie umſchlingende Neigung für Ar⸗ mand; ſie hatte den ernſten Vorſatz, ihrem ungeliebten Gatten treu zu bleiben; ſie ſtellte ſich alle gefährlichen Folgen eines traulichen Verhältniſſes mit dem ſchoͤnen Gefangenen auf das Lebendigſte vor die Seele. Aber der Kampf der Pflicht und Vernunft gegen die natuͤr⸗ liche Allgewalt der Liebe bleibt immer ein bedenklich ſchwankender. Zum Gluͤck oder Ungluͤck für beide war Carpezan ſelbſt ſo verliebt in ſeinen jungen Verwand⸗ ten, daß ihm kein Gedanke von Eiferſucht in den Sinn kam, daß er nicht bemerkte, wie jener immer zaͤrtlichere Blicke auf die ſchoͤne Frau richtete, wie ſeine Sprache mit ihr eine ſtets liebevollere Betonung annahm, und wie Ludmilla auf ſeine Worte mit Erroͤthen oder


