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Nachdem Mannsfeld und der Braunſchweiger ihre vereinigte Macht bis gegen dreißigtauſend Mann ver⸗ ſtärkt und mit Geſchuͤtz und allem Zubehoͤr wohlausge⸗ ruͤſtet hatten, drangen ſie auf gut Gluͤck zuerſt in das Herzogthum Bouillon und von da in Lothringen ein. Frankreichs Koͤnig, der gerade in Händel mit ſeinen Hugenottiſchen Unterthanen verwickelt und eines ſo frechen Ueberfalls nicht gewärtig war, konnte die In⸗ vaſion nicht ſogleich zuruͤckdrängen. Ohne Widerſtand ergoſſen ſich die deutſchen Schaaren wie ein brauſender Bergſtrom bis an die Grenzen der Champagne.
Am Abend eines ſchwuͤlen Sommertages ſaß Car⸗ pezan mit ſeiner Gattin im traulichen Geſpräch vor der Thüͤr eines rebenumrankten Landhauſes. Der Obriſt war ſeit einiger Zeit in einer ihm ſonſt ungewoͤhnlichen milden Stimmung.
„Ludmilla,“ ſprach er,„ich kann dir nicht ſagen, welche ſeltſame Veraͤnderung mit mir vorgegangen, ſeit wir Frankreichs Boden betreten haben. Es iſt mir, als ob ich in ein zweites Vaterland gekommen ſei, als ob ich hier verlorne Verwandte und Freunde wiederfinden ſollte.“
„Du erzaͤhlteſt mir oft, daß deine Familie aus dem ſuͤdlichen Frankreich ſtamme,“ entgegnete die Gattin,


