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„koͤnnteſt du hier nicht vielleicht Erkundigungen uͤber die Nachkommen deines Hauſes einziehen?“
„Ja, aus der Provence, dem heitern Lande der Troubadours, war mein Ahnherr entſproſſen, der einſt vor hundert Jahren in Boͤhmen einwanderte und ſich durch tapfere Kriegsthaten das Heimathsrecht und na⸗ tionalen Adel dort erwarb. Mit Leib und Seele zeigten ſich die Carpezan's ihrem neuen Vaterlande zugethan; aber von Generation zu Generation pflanzten ſich die alten Familienſagen unter uns fort, und eine ſtille Sehnſucht erfullte mich ſtets, wenn ich von Frankreich reden hoͤrte. Nun ſtehe ich auf ſeiner Erde, und es iſt mir, als ob ich dieſe weichere Luft ſchon geathmet, dieſe Gegenden ſchon einmal geſchaut hätte. Wunderbar aber vor Allem iſt es mir, daß ſich beſtändig das Bild meines laͤngſt verſtorbenen Bruders mir aufdringt, als ſollt' er mir jeden Augenblick hier wieder lebend ent⸗ gegenkommen!“
„Das Bild deines Armand,“ fragte Ludmilla, „der durch den unvorſichtigen Schuß eines Freundes auf der Jagd getoͤdtet wurde?“
„Ja, meines Armand, meines geliebten juͤngern Bruders, der, gleichwie er den uͤblichen franzoſiſchen


