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Der Obrist von Carpezan / von Ernst von Brunnow
Entstehung
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dem Kaiſer angeknuͤpft, um dieſen wieder mit dem Chur⸗ furſten zu verſoͤhnen. Das Niederlegen der Waffen von Seiten des aufruͤhreriſchen Reichsvaſallen war die erſte Bedingung Ferdinand's. Friedrich, der am Siege ſei⸗ ner Sache verzweifelte, ließ ſich von falſchen Vorſpie⸗ gelungen umgarnen, verabſchiedete ſeine Feldherrn und begab ſich nach Holland, wo er die Entſcheidung ſeines Schickſals von der Gnade des Kaiſers erwartete.

Graf Mannsfeld und Prinz Chriſtian von Braun⸗ ſchweig, die bisher im Namen des Erkoͤnigs gefochten hatten, ſahen ſich nun nach einem neuen Kriegsherrn, gleichviel nach welchem, um. Mit keckem Vertrauen boten ſie ihre Dienſte dem Kaiſer, ihrem erbitterten Feinde an, der jedoch ihren Antrag mit ſtrenger Kaͤlte zuruͤckwies.

Beide beſchloſſen nun, auf eigene Hand das luſtige Kriegsleben fortzufuͤhren und Offiziere und Soldaten ſchwuren ihnen unbedenklich den Eid der Treue. Das wilde Kriegsblut ſtroͤmte damals wie gluͤhende Lava durch alle Adern des Völkerlebens, ſonſt hätten einzelne Abenteuerer nicht ſolches Wagniß unternehmen, ſonſt hätten ſelbſt die Koͤnige und Fürſten nicht dreißig Jahre lang das wuͤſte Verheerungswerk forttreiben konnen.