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Der Obrist von Carpezan / von Ernst von Brunnow
Entstehung
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ſeiner Kriegerehre und der Treue ſeines Weibes. In dieſer Stimmung war die Flamme der Eiferſucht ſchnell bei ihm durch Duͤſterloh's boͤſes Warnungswort ent⸗ zuͤndet. Mit herben Vorwuͤrfen griff er Ludmilla wegen ihres neuen Vergehens und Mißbrauchs ſeines Ver⸗ trauens an. Dieſe aber vertheidigte ſich mit ſo unbe⸗ fangener Ruhe und gewandter Klugheit, daß Carpe⸗ zan's Mißtrauen wieder zu ſchwinden begann.

Ludmilla, ſprach er ernſt,ich halte dich dies⸗ mal fur unſchuldig, aber huͤte dich, daß ich dich je an⸗ ders erfinde. Es wuͤrde mich raſend machen, wenn ich dich fur untreu halten muͤßte. Ich wuͤrde dich vernich⸗ ten, wie du meine Ehre vernichtet haͤtteſt. Grabe dies tief in dein Gedaͤchtniß!

Nach kurzer Waffenruhe hatte ſich der Kampf mit verdoppelter Wuth erneuert. Friſche ſpaniſche Regi⸗ menter waren aus den Niederlanden bei Corduba und liguiſtiſche Truppen aus Baiern und Franken bei Tilly eingetroffen. Aber auch fur Friedrich von der Pfalz war ein unerwarteter Vertheidiger im Markgrafen Georg von Baden aufgeſtanden, der zuvor ſein Land ſeinem Sohne abgetreten und jetzt an der Spitze ſeines Heeres fur die Sache des Koͤnigs und des Proteſtantismus zu ſtegen oder zu ſterben geſchworen hatte. Leider waren