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Der Obrist von Carpezan / von Ernst von Brunnow
Entstehung
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ſelben hier um ſo zwangloſer leben zu koͤnnen, als ſeine Gemahlin Eliſabeth in Holland zuruͤckgeblieben war. Aber wie erſtaunte er, als er die Geliebte ganz verän⸗ dert fand! Sie erklärte ihm auf das Beſtimmteſte, daß ſie das fruͤhere trauliche Verhältniß mit ihm nie er⸗ neuern, ſondern nur der Pflicht gegen ihren Gatten leben wuͤrde.

Der Koͤnig konnte ſich in dieſe neue Lage der Dinge ſo wenig finden, daß er vielmehr Ludmilla's Sproͤdig⸗ keit blos fuͤr eine Folge ihrer Einſchuͤchterung durch Carpezan hielt. Er glaubte noch immer feſt an ihre Liebe und fuhr daher fort, ſie mit der groͤßten Aus⸗ zeichnung zu behandeln, hoffend, daß er ſie durch ſanfte Beharrlichkeit wieder ruͤhren und zur alten ſuͤßen Ge⸗ wohnheit zuruͤckbringen wuͤrde. Ludmilla blieb frei von Schuld; doch konnte ſie, ohne Verletzung alles An⸗ ſtandes, den Unterhaltungen des Koͤnigs im geſelligen Kreiſe nicht ausweichen und durfte ſeinem freundlich aufmerkſamen Betragen wenigſtens keine abſtoßende Kälte entgegenſetzen.

Duͤſterloh, der alle Schritte Ludmilla's ſcharf beobachtete, bemerkte bald, daß zwiſchen ihr und dem Erkoͤnig ein beſonders gutes Vernehmen ſtattfinde, was eine ſchon fruͤher beſtandene naͤhere Beziehung ver⸗