113
hatte, ſo wurde Hauptmann von Duͤſterloh mit ſeinem Faͤhnlein der tapfern Schaar einverleibt. Ludmilla's Reize entzuͤndeten die wilde Gluth des Wuͤſtlings, der ſich durch kriegeriſchen Muth und Brauchbarkeit bei Carpezan in Gunſt geſetzt und täglich Zutritt in ſeiner Wohnung hatte. Sein Betragen gegen die ſchoͤne Frau ſteigerte ſich allmäͤlig von ritterlicher Courtviſie bis zur keckſten Zudringlichkeit und zum offenen Geſtändniß ſeiner Leidenſchaft. Ludmilla wies ihn mit kalter Strenge zuruͤck und drohte ihm mit Entdeckung des Vorgefallenen, wenn er nicht fortan den gemeſſenſten Anſtand gegen ſie beobachten wuͤrde. Duͤſterloh ge⸗ horchte aus Furcht vor Carpezan's Rache, doch ſein innerer Groll wartete nur auf Gelegenheit zur Ver⸗ geltung.
Als Mannsfeld wieder im voͤlligen Beſitz des chur⸗ pfaͤlziſchen Landes war, erſchien plotzlich in ſeinem Hauptquartier der geaͤchtete Churfurſt und Exkoͤnig von Boͤhmen, der ſich von Breslau nach Berlin, von da nach Holland gefluͤchtet hatte, und jetzt wieder einmal das Kriegsgluͤck mit Mannsfeld's Fahnen verſuchen wollte, welcher aufs Neue in ſeine Dienſte trat. Kaum hatte Friedrich Ludmilla wiedergeſehen, ſo erwachte auch ſeine zärtliche Neigung zu ihr und er hoffte, der⸗ 8


