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Der Obrist von Carpezan / von Ernst von Brunnow
Entstehung
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zu Füßen und beſchwor ihn mit Thränen, fuͤr ſein Volk und ſeinen Thron zu fechten. Friedrich wollte an keine dringende Gefahr glauben und ordnete Hoffeſte an, waͤhrend der Waffentanz um ſeine Krone begann.

Am Morgen des 8. November 1620 ſtellten ſich beide Heere in Schlachtordnung gegen einander auf. Die kaiſerlich⸗liguiſtiſchen Truppen begannen den An⸗ griff und in weniger, als einer Stunde, war der entſchie⸗ denſte Sieg von ihnen erfochten. Der Koͤnig ſaß eben froͤhlich unter ſeinen Gäſten bei der Mittagstafel, als er die Nachricht von ſeiner gaͤnzlichen Niederlage em⸗ pfing. Unglaͤubig beſtieg er den Feſtungswall, um Zeuge der traurigen Flucht ſeiner Schaaren zu ſein. Raſch er⸗ ſchien Maximilian vor den Mauern Prags und machte Anſtalt zum Sturm. Friedrich bat um vierundzwanzig Stunden Waffenſtillſtand; der Herzog bewilligte ihm nur acht, In der Stille der Nacht entfloh der geſtuͤrzte Koͤnig mit ſeiner Gemahlin und vielen der vornehmſten Magnaten und Staatsbeamten nach Breslau. Graf Thurn und andere Urheber des Aufſtandes entwichen nach Siebenbuͤrgen. Die Truͤmmer des Heeres zerſtreu⸗ ten ſich nach verſchiedenen Seiten; nur Carpezan zog ſich mit ſeinem bis auf die Hälfte geſchmolzenen tapfern Regiment in guter Ordnung nach Pilſen zuruͤck.