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Prag oͤffnete gleich am Morgen nach der Schlacht dem Sieger ſeine Thore, und ganz Boͤhmen war bin⸗ nen wenigen Wochen wieder dem Scepter der Habsbur⸗ ger unterworfen. Friedrich von der Pfalz ward in die
Reichsacht gethan und aller ſeiner Beſitzungen fuͤr ver⸗
luſtig erklärt, der Majeſtätsbrief der Boͤhmen vom Kai⸗ ſer Ferdinand mit eigener Hand zerſchnitten und alle proteſtantiſchen Prediger des Landes verwieſen. Viele Vornehme und eine Menge aus dem Volk fielen als Anſtifter und Foͤrderer der Empoͤrung auf dem Blut⸗ geruͤſt.
Die evangeliſche Union war durch den ploͤtzlichen tragiſchen Untergang der Sache des Proteſtantismus in Boͤhmen ſo eingeſchuͤchtert, daß ſie ſich gaͤnzlich aufloͤſte und nie wieder zuſammenzutreten ſchwor. Ferdinand hatte alſo jetzt den glänzendſten Sieg uͤber ſeine Wider⸗ ſacher davongetragen und konnte Deutſchland einen dauerhaften Frieden geben. Aber ſein Haß gegen den Proteſtantismus wollte ſich mit dem Sturz der Refor⸗ mation in Bohmen nicht beruhigen. Das pfälziſche Erbland des unglucklichen Friedrich, einer der Hauptſitze des Calvinismus, wurde dem Herzoge von Baiern als Erſatz fuͤr ſeine Kriegskoſten und als Lohn fuͤr ſeine treugeleiſteten Dienſte beſtimmt. Baiern, die Ligue und


