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Der Obrist von Carpezan / von Ernst von Brunnow
Entstehung
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und ſich alle Gewalt anthun mußte, um dieß vor dem ſchoͤnen Freier zu verbergen und um die Liebſchaft eine kurze Stufenleiter von herkoͤmmlichen Uebergangen durch⸗ laufen zu laſſen. Herr Stanislaus war froh, daß er doch wenigſtens durch eine der beiden Toͤchter zu dem langerſehnten Eidam gelangen ſollte und ſaͤumte daher nicht, dem ſich bittend nahenden Paͤrchen ſeinen väter⸗ lichen Segen mit beiden Händen zu ertheilen.

Der Hochzeittag war angebrochen und Ludmilla hatte mit ruͤhrender Freude der gluͤcklichen Schweſter den Mhrtenkranz in das ſchoͤne dunkle Haar geflochten. Es war ein heißer Auguſtmorgen, an welchem ſich der glänzende Brautzug unter dem Vortritt einer länd⸗ lichen Muſikbande nach der Pfarrkirche in Bewegung ſetzte. Ludmilla erflehte auf ihren Knieen mit in⸗ bruͤnſtigem Gebet das Heil der beiden Liebenden, waͤh⸗ rend der Prieſter ihre Häͤnde zum ewigen Bunde zu⸗ ſammenfuͤgte.

Das rauſchende Feſtmahl war voruͤber und Hun⸗ derte von Kerzen und Lampen beleuchteten am Abend die Saͤle und Zimmer des geräumigen Schloſſes, worin ſich die geputzten Schaaren der Hochzeitgäſte laut plau⸗ dernd und ſcherzend hin und hertrieben. Jetzt erſchallte aus dem großen Ritterſaal die feierliche Muſik des