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Der Obrist von Carpezan / von Ernst von Brunnow
Entstehung
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anhob befand ſich Carpezan wieder im traulichen Familienkreiſe des Freiherrn Stanislaus von Lowoſitz. Bald fand er Gelegenheit, mit der Geliebten allein zu ſprechen. Er geſtand ihr mit den gluhendſten Worten ſeine Liebe, und ſie zoͤgerte nicht, ihr ſuͤßes Gegenbe⸗ kenntniß mit jungfraͤulichem Erroͤthen abzulegen.

So darf ich um dich bei deinem Vater werben, du Holdſelige? fragte er ſie bittend, ihre zitternde Hand in der ſeinigen haltend.

Ich bin dein, Jaromir! klang es von ihrem ſchoͤnen Munde.

Carpezan, der Alles mit Sturm zu nehmen ge⸗ wohnt war, brachte ſogleich ſeinen Antrag beim Frei⸗ herrn an, welcher daruber in nicht geringes Staunen ge⸗ rieth. Da Lßudmilla für den jungen Grafen Czernin noch keine beſonders entſchiedene Neigung hegte, war ihm wohl bekannt; daß ſie aber ihr Herz dem Ritter von Carpezan verſchenken koͤnnte, das hatt' ihm wirklich nimmer geahnt. Noch dacht' er ſich eine Selbſttäuſchung Carpezans als moͤglich, aber die herbeigerufene Ludmilla machte jedem Zweifel durch die offenherzigſte Erklärung ein Ende.

Vater Stanislaus befand ſich in der peinlichſten Verlegenheit. Den jetzt angeſehener, als je, daſtehenden