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Der Obrist von Carpezan / von Ernst von Brunnow
Entstehung
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rien des beſten Czernoſekkers und Tokahers beſchaͤftigt geweſen, daß ſie fuͤr nichts anderes Sinn hatten, und daß dieſer Sinn allmaͤlig ſehr ſtark umnebelt zu wer⸗ den begann. Auch der junge Graf Ottokar von Czernin konnte der damaligen loͤblichen Landesſitte nicht widerſtehen und bemerkte daher um ſo weniger, daß Ludmilla's und Carpezan's Blicke und Worte das leben⸗ digſte Wechſelfeuer unterhielten. Er bemerkte nicht, daß beide ſich nach aufgehobener Tafel während des Hin⸗ und Hertaumelns der edeln Deputirten in eine Fenſterbruͤſtung zuruͤckgezogen und in das ſüßeſte Liebes⸗ gefluͤſter mit einander verſenkt hatten. Wohl aber be⸗ merkt' es die kleine ſchlaue Editha, die ſich traulich zu dem auf einem Divan ruhenden Ottokar ſetzte, jedoch vergebens mit dem Weinſeligen ein verſtaͤndiges Ge⸗ ſpraͤch anzuknuͤpfen ſuchte.

Wenige Tage darauf ſah man in der Fruͤhe des Morgens ein zahlreiches Zuſammenſtroͤmen von ſtatt⸗ lichen Reitern vor dem Palaſte des Grafen von Thurn. Es waren die Defenſoren der boͤhmiſchen Verfaſſung und viele andere Deputirte, deren jeder noch einen be⸗ waffneten Knecht mitbrachte. Bald erſchien der Graf, von Carpezan und noch einigen Vertrauten begleitet, gruͤßte freundlich die Verſammelten, ordnete den Zug,