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Der Obrist von Carpezan / von Ernst von Brunnow
Entstehung
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ihn ſchmiegen ſoll. Mit ſuͤßem Wohlgefallen ließ er ſeine Augen auf der Herrlichen ruhen, und begegneten ihre Blicke den ſeinigen, dann ſah er ſie erſt mit doppelter Zaͤrtlichkeit an. Der Ton ſeiner Stimme war weich und bittend, und, was er ſagte, verrieth die Bewegung ſeines Innern.

Aber auch Ludmilla empfand zum erſtenmal, daß ſie mehr, als bloße Achtung, daß ſie die innigſte Liebe fuͤr Carpezan im Buſen hege. So edelſanft, ſo hin⸗ gebend hatte er ſich noch nie gezeigt; ſie war ſtolz dar⸗ auf, einen ſolchen Mann bezwungen zu haben, aber ſie war noch ſeliger, daß ſie ihn liebte! Dieſes weib⸗ lichſte Gefuͤhl des Weibes hatte ihr noch gefehlt, um ihren Zauber zu vollenden. Sie war freundlich und mild gegen Jeden, den ſie ſonſt kalt und abſtoßend be⸗ handelt, weil ſie gluͤcklich war und Alles glucklich wuͤnſchte. Czernin war außer ſich vor Entzuͤcken und hatte eine viel zu hohe Meinung von ſeinen Vorzuͤgen, um die guͤnſtige Veraͤnderung in Ludmilla's Betragen einem andern Grunde, als der gaͤnzlichen Anerkenntniß ſeines Werthes beizumeſſen.

Während deſſen waren Freiherr Stanislaus und ſeine Gäſte wieder ſo eifrig mit der Politik und noch eifriger mit der Erſtuͤrmung der aufgepflanzten Batte⸗