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Der Obrist von Carpezan / von Ernst von Brunnow
Entstehung
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ließen die juͤngern bald die duͤrren Aufgaben der Po⸗ litik uͤber die Ausſicht auf bluͤhende Eroberungen ver⸗ geſſen. Du wirſt die Herrn Grafen von Czernin und Clam⸗Gallas dir zur Seite nehmen, ſprach der Vater zur aͤlteſten Tochter.

Ludmilla gehorchte und ließ das Koͤpfchen traurig ſinken, da ſie ihren Platz nach freier Wahl ſich anderswo geſucht haͤtte. Doch der Zufall war ihr guͤnſtig, denn es traf ſich, daß Carpezan ihr gegenuͤber an der langen Tafel zu ſitzen kam. Nun konnte ſie das Wort ebenſo gut an dieſen, als an ihre Nachbarn richten, und wir errathen, an wen es oͤfterer geſchah.

Wie veraͤndert war jetzt das Betragen des noch kurz vorher ſo ſchroffen und hochfahrenden Ritters! Ludmilla erſchien ihm heute reizender, als jemals, und es ging ihm wie ein heller Fruͤhlingstag auf, daß er vielleicht von ihr geliebt ſei. Der harte kriegeriſche Mann fuͤhlt' es tief, daß er ohne dies wunderbarliebliche Weſen keine Ruhe mehr finden, daß er nur mit ihr ein volles Daſein genießen koͤnne. Er ſehnte ſich nach ihr wie der ſtarre, von Sonnengluth durchbrannte Fels nach dem krhſtallhellen Waldbach, der ſich als uͤppig ſchaͤumender Waſſerfall mit erfriſchenden Wogen um