===——
—
—
16
durch Italien der heiligen Jungfrau zu Sanect Loretto deshalb ein geheimes Geluͤbde geleiſtet. In ſeinen Erb⸗ landen Steiermark, Kärnthen und Krain hatte er be⸗ reits ganz geraͤuſchlos den proteſtantiſchen Gottesdienſt in einem Ort nach dem andern abgeſchafft. Jetzt er⸗ laubte er ſich gegen die ihm ergebene Parthei am Wiener Hofe unvorſichtige Aeußerungen, daß er es einſt ebenſo als kuͤnftiger Herrſcher in Boͤhmen halten wuͤrde. Den katholiſchen Staͤnden des Koͤnigreichs wuchs hier⸗ durch der Muth und ſie erlaubten ſich ſchon hier und dort Bedruͤckungen ihrer proteſtantiſchen Unter⸗ thanen.
Je kuͤhner aber die Katholiken jetzt in Boͤhmen auf⸗ traten, um ſo inniger ſchloſſen ſich auch die Proteſtan⸗ ten an einander, und Graf Thurn war es abermals, der ihnen als Vorkämpfer bei ihren Unternehmungen diente. Die antiproteſtantiſche Parthei in Wien hatte es dahin gebracht, daß dem tapfern hochſinnigen Manne das Amt eines Burggrafen des Carlſteins und Bewah⸗ rers der boͤhmiſchen Reichskleinodien entzogen worden war. Sein gekraͤnkter Ehrgeiz ſann auf Rache, und die Gelegenheit dazu ſollte ihm nicht fehlen. Die Un⸗ terthanen des Abts zu Braunau und die des Erzbiſchofs von Prag zu Kloſtergrab hatten eigenmächtig proteſtan⸗
—————


