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Der Obrist von Carpezan / von Ernst von Brunnow
Entstehung
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welcher ein anderer Theil der katholiſchen, beſonders der geiſtlichen Fuͤrſten unter dem Oberbefehl des Her⸗ zogs Maximilian von Baiern die katholiſche Ligue ent⸗ gegenſetzte. Schon loderte die Kriegsflamme bald da, bald dort im Coͤlniſchen, Elſaſſiſchen und Juͤlichſchen empor. Rudolph ſtarb waͤhrend dieſes Vorſpiels des nahenden Ungewitters.

Jetzt beſteigt Matthias, von den Churfurſten er⸗ wählt, den ſchwankenden Kaiſerthron. Aber eben ſo ſchwankend iſt die Herrſchafft uber ſeine eigenen Staaten. Die oͤſterreichiſchen Staͤnde wollen ihm erſt nach Ge⸗ währleiſtung ihrer politiſchen Rechte den Huldigungseid leiſten; die Mähriſchen folgen ihrem Beiſpiel; Ungarn

wird von den Tuͤrken und dem verwegenen Fuͤrſten von Siebenbuͤrgen, Bethlen Gabor, bedroht. Kaum waren nach dieſen Stuͤrmen einige Jahre der Ruhe eingetreten, ſo begann es auf's Neue in Boͤhmen zu gähren. Den entfernten Anlaß dazu gab das drohende Benehmen Erz⸗ herzog Ferdinand's von Graz, eines Seitenverwandten des Kaiſers, der bereits in allen Staaten der Monar⸗ chie als Nachfolger anerkannt war. Ferdinand, ein folgſamer Zoͤgling der Jeſuiten, hatte von Jugend auf den Plan der einſtigen Unterdruͤckung des Proteſtantis⸗ mus in ganz Deutſchland gefaßt und auf einer Reiſe