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tiſch⸗boͤhmiſchen Stände aufgeworfen. Nach mancher⸗ lei Kaͤmpfen wurde von dieſen, unter der Leitung des kuͤhnen Grafen Matthias von Thurn, der ſogenannte Majeſtätsbrief dem eingeſchuͤchterten Herrſcher abgedrun⸗ gen. Durch dieſen großen Freibrief war allen prote⸗ ſtantiſchen Boͤhmen nicht nur voͤllige Gleichſtellung der Rechte mit ihren katholiſchen Landesgenoſſen bewilligt, ſondern auch die Univerſitat Prag und ein unabhaͤngi⸗ ges Conſiſtorium beſonders zugeſichert, endlich auch das hochwichtige Recht, ſich dreißig Defenſoren ihrer Freiheiten aus ihrer Mitte wählen zu duͤrfen, zugeſtan⸗ den worden⸗
Die verkehrten Maaßregeln Kaiſer Rudolph's II. hatten ihn endlich ſogar um den Thron Boͤhmens ge⸗ bracht, den er ſeinem triumphirenden Bruder Matthias abtreten mußte. Waͤhrend Rudolph nur noch ein bloßer Schattenkaiſer war, thuͤrmten ſich die Wetter⸗ wolken immer drohender an Deutſchlands politiſchem Horizont auf. Das Anſehen des Kaiſerthums und mit ihm zugleich die Einheit des Reichs war vernichtet; die Furſten ſtanden ſich als ſelbſtſtändige Herrſcher in feind⸗ lichen Buͤndniſſen gegenuͤber. Ein Theil der proteſtan⸗ tiſchen Reichsſtände hatte unter der oberſten Leitung von Churpfalz die ſogenannte evangeliſche Union gebildet,
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