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ſich richten. Edelleute Boͤhmens, zeigt euch euerer Ahnherrn werth, rettet die tapfere Nation, deren Vor⸗ fechter ihr ſeid!““— Hoͤrſt du, Editha, heißt das nicht kraͤftig und herrlich geredet?“
„Ach, was geht mich dein Carpezan und ſein ganzer politiſcher Kram an?“ entgegnete die Kleine, indem ſie ſich eine Roſe aus der vor ihr ſtehenden Blumenvaſe vor die jungfräuliche Bruſt ſteckte.„Ich begreife gar nicht, wie der braungelbe ſchwarzbaͤrtige Menſch mit der harten Commandoſtimme und dem ſtei⸗ fen Soldatenweſen dir nur im Mindeſten gefallen kann. Da lob' ich mir unſern Primislaus von Sternberg, unſern Georg von Terzky, unſern Gregor von Wald⸗ ſtein, und vor Allen unſern Ottokar von Czernin! Wie kann ſich der finſtere Ritter Jaromir von Carpezan, der weder vornehm, noch reich, noch liebenswuͤrdig iſt, mit jenen allen meſſen? Wie kann er auf das ſchoͤnſte Maͤdchen von Prag auch nur den kleinſten Eindruck machen?“
„Weil er ein Mann iſt im vollen Sinne des Worts, Editha, und keine glatte, weiß⸗ und roth⸗ wangige Zierpuppe, wie jene. Als Ritter hat er ſich ſeines Standes im freiwilligen ungariſchen Kriegsdienſte gegen die Tuͤrken wuͤrdig gezeigt und zum Lohne fuͤr


