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ihres Vaters, Erwins von Steinbach, großes Werk, den Straßburger Münſterthurm einflocht, ſo liebte es auch Roſa ihre beſten Gedanken und Gefühle in ihres Vaters Werk hineinzulegen und darin un⸗ genannt im Schatten ſeines Namens und ſeines Geiſtes fortzuleben.
Ihr Haar iſt weiß geworden, aber ihre Wangen beſitzen noch Roſen, und in dem dunkelblauen Auge ſtrahlt jugendliche Klarheit und Friſche. Ihr Leben iſt ein vielſeitig thätiges Liebesleben im Geiſt und in der That. Allgotts Haar iſt ebenfalls ergraut, aber gleich ihr iſt er jugendfriſch an Leib und Seele und ſieht ſich gerne von einer Schaar kleiner Neffen und Nichten umringt, die ihn ungemein lieben und ihm den Namen Gutgut geſchöpft haben.
Oeſtervi iſt bei kluger Wirthſchaft wohl ge⸗ diehen, und die Geſchwiſter können ſich die Freude einer Gaſtfreundſchaft gönnen, die beinahe ſo groß iſt, wie der freie Raum in ihren Herzen. Und jeden Hochſommer, wenn die Haine rauſchen und die Staare ſingen, kommt auf's Neue eine kleine Schaar junger Verwandten und Gäſte nach Heſtervi, wie in ein Elternhaus. Und Einige von ihnen bleiben immer den ganzen Winter da, um zu lernen was das Leben veredelt und verſchönt.
Unter den Perſonen außer dem Hauſe, deren ſich die Eigenthümerin von Heſtervi ganz beſonders angenommen hat, befindet ſich die Wittwe, deren Sohn bei der Poſtfahrt um's Leben gekommen iſt, denn Roſa hatte dem Verblichenen das ſtillſchwei⸗ gende Verſprechen gegeben für die Mutter und die Geſchwiſter zu ſorgen, denen ſeine letzten Gedanken,
Bremer, Vater u. Tochter. 16


