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Vater und Tochter / von Friederike Bremer. Aus dem Schwed. von G. Fink
Entstehung
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aufnehmen. Sie ſei ſo müde, ſo müde von der langen Fahrt, ſie habe ihren Vater immer über alles Andere auf Erden geliebt, ſich niemals ſeiner unwürdig gezeigt; wie er nur ſo hart ſein und ihr ſeine Thüre verſchließen könne?

Was Lector Norrby während dieſer irren, rühren⸗ den Bitten ſeiner Tochter empfand, verſteht nur ein Vater oder eine Mutter. Zuweilen nahm er ſie in ſeine Armé, auf ſeinen Schooß, und nur da fand ſie einen Augenblick Ruhe. Sie glaubte ſich dem Tode nahe, war aber damit wohl zufrieden.

Ich werde jetzt zu meinem Vater gehen, ſagte ſie.Ich muß dieſe Taufe durchmachen, um neues Leben zu gewinnen, um zu ihm kommen zu dürfen.

Aus dieſem Zuſtand des Fieberwahnſinns und wilder Träume verfiel Roſa in einen andern nicht minder beunruhigenden. Sie lag ruhig, ſtill, aber ſcheinbar gegen Alles gleichgiltig in ihrem Bett. Vergebens küßte Cora unter heißen Thränen ihre Hände; vergebens rief Allgott ſie bei den zärtlich⸗ ſten Namen. Die frühere Roſa war gleichſam todt, nur ein Schattenbild ſchien an ihrer Stelle zu

ben. Der Arzt ſchüttelte bedenklich den Kopf. ergebens brauchte man Bäder und Electricität. Aber dem Vaterherzen war es beſchieden tiefer zu ſchauen und kräftigere Lebensmittel zu finden.

Ziehet ihr weiße Kleider an und richtet ihr Zimmer wie zu einer Hochzeit her, ſagte der Lector eines Tags zu Cora und Allgott.Beſtreuet den Boden mit friſchen Reiſern, decket ein weißes Tuch über den Tiſch und ſtellet Urnen mit Blumen darauf. Wir wollen ein Feſt feiern. Machet Alles recht

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Bremer, Vater u. Tochter.