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Vater und Tochter / von Friederike Bremer. Aus dem Schwed. von G. Fink
Entstehung
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Müdigkeit. Der Wind, der den Schnee in Wirbeln der Stim innigſt ge ſieht, ſie erfrorene

vor ihr her fegte, ſchien ihr Flügel zu verleihen. Sie erkennt die ſchöne Ruine der St. Ricolaus⸗ kirche wieder, ſie erkennt ihres Vaters Haus an derſelben wieder; ſie ruft ſeinen Namen. Das gibt

Er ru

ihr neue Kräfte. Jetzt ſieht ſie das Ufer immer men, in d

näher und näher.

Wer geht dort am Ufer? wer iſt den ganzen Tag auf⸗ und abgegangen, in's Meer hinausſtierend mit Augen, ſo groß und ſo ſcharf angeſpannt, daß ſie in die Unendlichkeit zu ſehen ſcheinen? Das iſt der blinde Vater. Seit drei Tagen geht er am Ufer hin und her und läßt bei der Nacht Fackeln anzünden. Er ahnt, er fühlt in ſeinem Innern, daß ſeine innigſt geliebte Tochter draußen auf dem Meer in Lebensgefahr iſt. Aber Niemand will dem Geſicht des Blinden glauben, und Niemand will ihm helfen ſie aufzuſuchen, denn Jedermann fürchtet ſelbſt den Tod da zu finden. Er hat Späher aus⸗ geſandt, und ſie ſind zurückgekommen ohne Jemand oder Etwas zu finden. Und er, er iſt verurtheilt am Ufer auf⸗ und abzuwandeln und in einer Herzensangſt zu warten, welche der ſtarke Mann nie früher in dieſem Grade gekannt hat. Was helfen ihm jetzt die Troſtſprüche der Stoiker! Ach! keine einzige von all dieſen Sentenzen vermag die Un⸗ ruhe und Qual zu ſtillen, die ihn Tag und Nacht umherjagen. Aber jetzt bleibt er plötzlich ſtehen. Ein ſchwacher Ruf hat ſein Ohr erreicht:

„Vater! Vater!“

„O mein Gott! dieſe Stimme! Iſt ſie es nicht?“

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