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noch einmal ihre Hand an ſeine Lippen und an ſeine Bruſt, verbeugte ſich tief vor ihr und ging.
Von dieſem Augenblick an ſtand er ihr mit feſter und männlicher Haltung wie ein Bruder zur Seite, und war nur noch beſorgt ihre Reiſe ſo ſicher und angenehm als möglich zu machen.
Roſa ihrerſeits fühlte eine große Erleichterung, aber in ihrem Herzen wogte es noch immer, und das Bewußtſein, daß ſie edel gehandelt habe, daß ihr Vater ihr ſeinen vollkommenen Beifall ſchenken würde, vermochte die wilden Wellen darin nicht zu beruhigen.
Während der ſchlafloſen Nacht ſchrieb ſie ihrem Vater einen Brief, den er ſich vorleſen laſſen konnte, und worin ſie ihre baldige Heimkehr anzeigte. Der Schluß lautete:
„Ich ſehne mich nach meiner Heimath, nach den Meinigen und nach Dir, mein Vater, wie ich es noch nie gethan habe. Nur bei Dir kann ich hin⸗ fort Ruhe, Geſundheit und Freude finden. Vater, geliebter Vater, ich verlange nach Dir, wie ein Kind nach der Mutterbruſt. Verzeih Deinem Mädchen, daß ſie ſich ſo ſchwach fühlt. Bei Dir wird ſie wieder ſtark werden. Sei wie früher gut gegen
Deine Roſa.“
Roſa's Thränen floßen auf dieſe Zeilen, denn ſie war ſchwach geworden, unſere arme Roſa, ob⸗ ſchon ſie äußerlich ſtark und ruhig ſchien. Und es war ihr zuweilen, als gäbe es für ſie keine wahre Liebe, keinen Vater und keine Heimath mehr in der Welt. Das Fieber brannte in ihren Adern.


