Druckschrift 
Vater und Tochter / von Friederike Bremer. Aus dem Schwed. von G. Fink
Entstehung
Einzelbild herunterladen

im Stück hmeichel⸗ erinnerte Schein n, ſelbſt ling be⸗ auf den Geſangs en, der weckte; welcher ind die ausge⸗ kleinen auf den Zucker⸗ Mutter bkoſende Müttern was die Pflanze , te

o, daß

ihr ver⸗

vie ein

nichts

me eint

wenn

er, daß

n Krei⸗

ll von

45

Muſik und Schönheit zu betheiligen, das jetzt für Roſa gleichſam ein Zaubergeſang aus der Ferne war, den man gar zu gern in der Nähe hören möchte.

Unter ſolchen Gedanken ſaß Roſa ſtill da, denn ſie wollte ihrem Vater nicht widerſprechen und wußte, welche tiefe Wunde die Trennung von ſeinem Bru⸗ der und deſſen Sohn ihm geſchlagen hatte. Auch ihr Vater ſchwieg und hatte ſeine Blicke geſenkt. Als er wieder ſprach, geſchah es mit einer ſeltenen Weichheit in der männlichen Stimme:

„Die Stunde wird kommen, wo Du leiden wirſt; das iſt das Loos aller ſterblichen Weſen, und Herzen wie das Deinige leiden mehr als andere, die weniger weich, weniger gefühlvoll ſind. Aber fürchte ein edles Leiden nicht, meine Tochter, denn das veredelt das Herz; fürchte bloß ein ſolches, bei wel⸗ chem Du Dich ſelbſt verachten müßteſt. Das Unglück iſt kein Unglück, wenn es recht begriffen und getra⸗ gen wird. Die Alten nannten das Unglück heilig, weil es die Macht hat, die Seelen zu beſſern und zu erheben. Noch einmal, mein Kind, präge Dir das als mein letztes Wort ein: Bewahre die Rein⸗ heit Deines Willens und Deine Liebe zur Vollkom⸗ menheit, das heilige Feuer in Deiner Seele, und das Göttliche wird ſich immer klarer darin abſpie⸗ geln, wie jetzt der Himmel in dem beruhigten Meer, und das Leben wird für Dich ein nordiſcher Hoch⸗ ſommertag ſein, deſſen Dämmerung niemals in Fin⸗ ſterniß übergeht.“

Wie die Blume nach der Hitze des Tages den erfriſchenden Thau des Abends einſaugt, ſo nahm