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Vater und Tochter / von Friederike Bremer. Aus dem Schwed. von G. Fink
Entstehung
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Stockholm das gewöhnliche Leben eines Tagdiebs führt. Du warſt noch ein kleines Kind, als mein Bruder mit ſeiner Familie Gottland verließ, um nie zurückzukommen, und Du wirſt Dich ihrer kaum noch

erinnern können. An unſere friſche Luft gewöhnt,

gedich er in der hauptſtädtiſchen Luft und ihrem Leben nicht, ſo daß er wenige Jahre nach ſeinem Wegzug ſtarb. Und daran iſt, wenn man die Dinge beim rechten Licht beſehen will, Niemand anders Schuld als ſeine ſelbſtfüchtige Frau.“

„Aber er kränkelte ja bereits, ehe er unſere Inſel verließ,“ wandte Roſa ein,„und ſie, Tante Roſalie, ſoll ihn ja ſehr geliebt und innig betrauert haben.“

„Ja, wie ſelbſtſüchtige Menſchen lieben und be⸗ trauern, um ihrer ſelbſt willen und aus keinem an⸗ dern Grund. Aber er, er liebte ſie aufrichtig, innig, wie ſein redliches, warmes Herz lieben konnte. Und daß er ein im Grunde herzloſes Weib ſo liebte, das wurde ſein Unglück. Ich hatte ihn gewarnt, aber er glaubte ihr mehr als mir, der arme Axel!“

Roſa's Herz empörte ſich heimlich gegen das ſtrenge Urtheil ihres Vaters, das ihr wehe that. Einen ganz andern Eindruck hatte ſie von dieſer Tante Roſalie bewahrt, von welcher ſie ihren Namen erhalten hatte, welche die Jugendfreundin ihrer Mutter geweſen war, und bei der ſie in ihrer Kind⸗ heit, als ihr Onkel noch in Wisby wohnte, manche Stunde verbracht hatte.

Sie erinnerte ſich einer ſchönen Frau in präch⸗ tigen Seidekleidern und mit koſtbaren Schmuckſachen. Dieſe Frau nahm die kleine Roſa immer auf ihren