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ſei wachſam und vorſichtig, mein Kind, auch um meinetwillen, denn ich weiß nicht, wie ich es ertra⸗ gen könnte, Dich mit einem Deiner unwürdigen Gat⸗ ten vermählt zu ſehen.
„Ich geſtehe Dir, ich bin nicht ganz ohne Beſorgniß wegen der Einflüſſe, welche der Kreis Deiner Tante,
der Baronin Norrby, und ſie ſelbſt auf Dich aus⸗
üben könnten. Sie iſt ein gefährliches Weib, denn ihr einnehmendes Weſen verbirgt einen gründlichen Egoismus, hinter ihrem Verſtand und Witz iſt eine große Leere und Armuth der Seele. Sie erblickt in der Welt nichts Anderes als ſich ſelbſt und ihr eigenes Lohlbefinden und Behagen. Wie glücklich und wie nützlich hätte nicht mein Bruder, ihr Mann, hier an unſeres Vaters Platz werden können! wie glücklich waren wir Brüder nicht beiſammen! Aber ſie gefiel ſich nicht in Gottland, ſie verlangte nach der Haupt⸗ ſtadt, an den Hof, und ſo zog ſie meinen Bruder von der Heimath weg, riß mir meinen beſten Freund von der Seite. Ich kann ihr das kaum verzeihen, und ebenſo wenig, daß ſie ihren Sohn von mir nahm, einen Jungen von den ſchönſten Anlagen, deſ⸗ ſen Erziehung mein Bruder mir anvertraut hatte, und der die Ehre ſeiner Familie werden konnte. In ihrer ſelbſtſüchtigen Liebe hat ſie jetzt einen Weich⸗ ling und Faullenzer aus ihm gemacht, einen Salon⸗ löwen, einen gewöhnlichen Egoiſten, wie ſie es ſelbſt iſt, ohne Seelenadel oder innern Werth. Nur wenige Sachen haben mich ſo ſchwer gedrückt wie der Ver⸗ luſt dieſes Jungen, denn verloren iſt er für mich und für ſein Vaterland. Ich habe ihn ſchon viele Jahre nicht mehr geſehen, aber ich weiß, daß er in
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