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Vater und Tochter / von Friederike Bremer. Aus dem Schwed. von G. Fink
Entstehung
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ſo zu ſagen auf Deiner eigenen Wurzel ruhen kannſt. Und darum, mein Mädchen, glaube an die Kraft des Göttlichen in Deiner Seele. Höre auf ſeine Stimme in Deinem Gewiſſen. Betrachte dieſes als ein Hei⸗ ligthum und fürchte nichts ſo ſehr, als es zu verun⸗ reinigen. Mitten unter der Dämmerung und unter den Irrlichtern der Welt bewahre Du in Deiner Seele das heilige Feuer, und glaube an ſeine Macht zu läutern und zu ſiegen. Glaube, mein Kind, an die Macht des Willens am Guten feſtzuhalten und

allen Widerſtand zu beſiegen. In Deiner Seele

wohnen hohe Ideale vom Menſchen und vom Leben. Halte ſie feſt, ſelbſt wenn Du die ganze Welt untreu werden ſiehſt. So wirſt Du zuletzt ſiegen, wenigſtens bei den Beſſeren, denn die Menſchen ſind von der Art, daß ſie zuletzt demjenigen huldigen, was ſie zu verehren gezwungen werden. Was ihnen fehlt, iſt nicht die Fähigkeit zum Edeln, ſondern die Willens⸗ kraft. Erhebende, ſtärkende Vorbilder oder eine gute Erziehung können allein helfen. Lehre Du ſie, meine Tochter, was der Menſch kann, wenn er will. Aber lehre ſie durch Dein Leben und frage nicht nach anderem Beifall, als nach dem der Stimme in Dei⸗ ner Bruſt. Beſchließe jeden Morgen, wenn Du er⸗ wachſt, ſo zu leben, daß Du am Abend in Dein Innerſtes wie in einen Tempel eintreten und daſelbſt in der Reinheit Deiner Abſicht Frieden finden kannſt. Behalte, meine Tochter, Deine Liebe zur Vollkom⸗ menheit als den höchſten Schatz bei, und dieſes hei⸗ lige Feuer wird Dich, wenn auch nicht vor dem Fal⸗ len, doch wenigſtens vor dem Unterſinken bewahren. Aber hüte Dich mehr und beſſer ſcheinen zu wollen

als A Welt, gut, e Dich

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