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Vater und Tochter / von Friederike Bremer. Aus dem Schwed. von G. Fink
Entstehung
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ſuchte. Unſeres Stammvaters Severin Norrby's mäch⸗ tiger Geiſt ſcheint hier bloß in dem Sturme zu gehen, der unſere Wälder erſchüttert und die Haine er⸗ brauſen macht. Aber die Menſchen hören nicht auf Geiſterſtimmen. Sie ſind nur auf ihre kleinen irdi⸗ ſchen Vortheile erpicht und leben ohne höheren Sinn dahin. Mein Vater, der Landeshauptmann Norrby, war ein edler Mann, ein ächter Patriot, aber von ſtrengem Charäcter. Er wollte Gottland heben. Er ſchaffte manche Mißbräuche ab, ſtiftete Ordnung und Recht, wurde aber dafür verkannt und gehaßt. Mir hinterließ er als Erbe ſeine Liebe zu ſeinem Vaterland, ſowie ſeinen Wunſch deſſen Anſehen zu heben, wenn auch mit andern Mitteln als den ſeinigen. Meine Liebe und meine Hoffnung hefte⸗ ten ſich frühzeitig an die Gelehrtenſchule von Wisby. Dort wollte ich für die Bildung der Jugend wir⸗ ken, von da den Samen zu einer edleren Lebens⸗ weisheit ausſtreuen, als diejenige iſt, welche der Jugend unſerer Zeit beigebracht wird; ich wollte dazu beitragen unſer altes Wisby zu einem neuen zu machen, zu einem ächten Weisheitsſitz, wohin Jünglinge aus fernen Ländern kommen ſollten, um zu lernen und edlere Schätze einzuſammeln, als man früher da ſammelte. Das erloſchene Feuer auf unſerer vaterländiſchen Erde wieder anzuzünden, unſer ſchönes Gottland ein geiſtiges Auge der Oſtſee werden zu ſehen, das war die Viſion mei⸗ ner Jugend, das iſt noch jetzt mein Wunſch und meine Hoffnung, obſchon ich im Kampfe mit der Trägheit und Selbſtſucht der Menſchen mich zu weilen fragen muß:„Iſt es nicht ein Traum?“

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