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Vater und Tochter / von Friederike Bremer. Aus dem Schwed. von G. Fink
Entstehung
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und zwar ſo, daß Du ſie Dir ſelbſt in vollem Maß zueignen konnteſt. Ich achtete die Seele, die in Dir iſt, und wollte, daß ſie ſich nach ihrer Art und zu ihrer vollen Kraft entwickeln ſollte. Ich habe viel von Dir gefordert, aber nicht mehr als Deine Natur und Deine angeborenen Gaben geſtatteten. Früh lehrte ich Dich die Sprachen und die beſte Weis⸗ heit der claſſiſchen Vorzeit, denn ſie haben mich ge⸗ ſtärkt und getröſtet, und ich bin der Anſicht, daß man ſie aller vollkommenen Erziehung zu Grund legen muß. Aber ich wollte nicht ein gelehrtes Weib aus Dir machen, ſondern ein ſeiner Natur und Be⸗ ſtimmung gemäß vollkommen harmoniſches Weſen. Deßhalb ließ ich Dich in allen weiblichen Arbeiten und Geſchäften unterrichten und ſelbſt Hand anlegen. Die Kenntniſſe, die ich Dir nicht ſelbſt mittheilen

konnte, ließ ich Dir durch Andere beibringen, ſo

weit Mittel und Gelegenheit es geſtatteten. Zur Bildung in den ſchöneren Künſten bietet unſere kleine Stadt und unſere Inſel allzu wenig Gelegenheiten, und Du haſt Deine muſikaliſchen Anlagen nicht ent⸗ wickeln können. Aber Du biſt noch jung, und wenn Du Dich einige Winter in Stockholm aufhältſt, ſo wirſt Du leicht nachholen können, was Dir noch fehlt. Du wünſcheſt ja doch Deiner Tante Ein⸗ ladung auf dieſen Herbſt und Winter anzunehmen?

Ja, mein Vater.

Haſt Du Dir vollkommen klar gemacht, warum?

Ja, ich glaube es wenigſtens. Ich wünſche etwas mehr von der Welt und dem Leben zu ſehen und ſomit beſſer mit mir ſelbſt in's Klare zu kom⸗ men. Ich glaube, daß viel in mir iſt, was noch

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