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Vater und Tochter / von Friederike Bremer. Aus dem Schwed. von G. Fink
Entstehung
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Dich

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in Nacht orgen treten geſetz⸗ das

Vermögen zu verfügen, das Dir theils durch Deine kleine Erbſchaft, theils durch das, was ich für Dich bei Seite legen konnte, angehört. Ich habe deßhalb bei der Regierung und den Gerichten alle Geſuche eingereicht, die noch jetzt nöthig ſind, wenn ein un⸗ verheirathetes Mädchen in unſerm Lande mündig erklärt werden ſoll*). Alles iſt jetzt abgemacht und in Ordnung, und morgen nach Regelung einiger Formalitäten zwiſchen Dir und mir wird meine Vor⸗ mundſchaft über Dich aufhören, und Du biſt fortan eine wirkliche Freifrau. Dieſes letztere Wort ſagte Lector Norrby mit einem halb ſcherzenden Ausdruck.

Mein Vater. ja, ich weiß es, ſagte Roſa ſcheinbar ruhig, aber eine höhere Farbe röthete ihre Wangen und ein feuchter Glanz leuchtete in ihren Augen.

Ja, fuhr der Vater mit innigem Ernſt fort, ich habe nicht gewollt, daß Deine beſten Jahre nergehen ſollten, bevor Du das edelſte Gut des Lebens und der bürgerlichen Geſellſchaft, nämlich die Freiheit genießen und damit Deine volle Menſchen⸗ würde, Deine Pflicht und Dein Recht kennen lern⸗ teſt. Ein edles Loos, mein Kind, wenn es recht verſtanden wird, aber voll von Verantwortung. Ich

*) Aber jetzt nicht mehr! Bei Eröffnung des letzten Reichstags von 1857 und 1858 ſchlug König Oscar den verſammelten Ständen vor, daß das ſchwediſche Mädchen mit fünfundzwanzig Jahren geſetzlich mündig ſein ſolle. Die Nachricht von der Zuſtimmung der

Stüände iſt in dieſen Tagen nach Rom gelangt. 2

Bremer, Vater u. Tochter.