um auch von meiner Perſon nach Art der Greiſe etwas zu rühmen— ich hätte ſo viele Beſchwerden bei Tag und bei Nacht, im Kriege und im Frieden, auf mich genommen, wenn ich meinen Ruhm auf dieſelben Grenzen wie mein Leben beſchränken zu müſſen vermeinte? Wäre es in dieſem Fall nicht viel beſſer geweſen, mein Leben in Geſchäftsloſigkeit und Ruhe, ohne Arbeit und Anſtrengung, hinzubringen? Aber meine Seele ſtrebte auf eine mir unerklärliche Weiſe aufwärts, und warf ihre Blicke ſtets ſo auf die Nachwelt, wie wenn ſie dann erſt leben würde, wenn ſie das Leben verlaſſen hätte. Wenn nun die Seelen nicht wirklich unſterblich wären, ſo würde nicht des Menſchen Seele, je edler er iſt, deſto mehr nach Unſterblichkeit des Ruhmes emporſtreben. Ja! je weiſer der Menſch iſt, eine deſto größere Ruhe beweist er im Sterben; je thörichter, eine deſto größere Unruhe. Iſt das nicht ein Beweis, daß die Seele, welche mehr und weiter ſieht, auch ſehen muß, daß ſie in einen beſſern Zuſtand übergeht, was der Kurzſichtige nicht ſieht?. Ich wenigſtens fühle mich hingeriſſen vom Verlangen, eure Väter, die ich ſchätzte und liebte, einſt zu ſehen; und ich wünſche nicht bloß in die Geſellſchaft derer zu kommen, die ich ſelbſt kannte, ſondern auch derer, von denen ich gehört, geleſen und ſelbſt auch geſchrieben habe. Von der Wanderung dahin würde man mich nicht ſo leicht abhalten, noch mich, wie Pelias, durch Ko⸗ chen wieder verjüngen. Und wollte mir ein Gott die Gnade erzeigen und mich aus dieſem Alter wie⸗ der in die Kindheit umkehren und in der Wiege wimmern laſſen, ſo würde ich gar ſehr mich weigern.
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