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Seele dann erſt weiſe werde, wenn ſie von aller Beimiſchung des Körpers frei, rein und lauter zu ſein anfängt. Ferner wenn ſich die Natur des Menſchen im Tode auflöst, ſo ſieht man doch, wohin alle ſonſtigen Theile kommen, dorthin nämlich, woraus ſie hervorgingen: nur allein die Seele ſieht man nicht, weder ſo lange ſie dem Körper einwohnt, noch wenn ſie aus ihm ſcheidet. Endlich wiſſet Ihr doch, daß Nichts dem Tode ſo ähnlich iſt, als der Schlaf. Nun aber beurkundet die Seele vorzüglich im Schlaf ihre göttliche Abkunft; denn ſie wirft, wenn ſie abgeſpannt und frei iſt, Blicke in die Zu⸗ kunft. Daraus kann man auf den Zuſtand ſchließen, in welchem ſie ſich befindet, wenn ſie die Bande des Körpers gänzlich abgeſtreift hat.— Wenn dem nun wirklich ſo iſt, ſo verehret mich hinfort wie eine Gottheit; muß aber die Seele zugleich mit dem Körper vergehen, ſo werdet Ihr doch aus Ehrfurcht gegen die Götter, welche dieſes ſchöne Weltall er⸗ halten und regieren, mein Andenken in frommer Liebe und unverbrüchlicher Treue bewahren.
„So ſprach der ſterbende Cyrus. Wir wollen jetzt, wenn es Euch beliebt, meine Anſichten in's Auge faſſen. Niemand wird mich, mein Scipio, überzeu⸗ gen können, daß Dein Vater Paulus oder Deine zwei Großväter Paulus und Africanus, oder der Vater und der Oheim des Letztern, oder endlich ſo viele vortreffliche Männer, die ich nicht aufzuzählen brauche, ſo Großes gewagt hätten, um ihr Andenken auf die Nachwelt fortzupflanzen, wenn ſie nicht im Geiſte vorausgeſehen hätten, daß die Nachwelt mit ihnen in Verbindung ſtehe. Oder glaubſt Du—


