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Vater und Tochter / von Friederike Bremer. Aus dem Schwed. von G. Fink
Entstehung
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Verhängniſſes einen ſchweren Beruf zu erfüllen. Die himmliſche Seele iſt nämlich aus ihrem erhabenen Wohnſitz herabgeſtoßen und gleichſam auf die Erde geſenkt worden, an einen Ort, der ſich mit ihrem göttlichen und ewigen Weſen gar nicht verträgt. Allein die unſterblichen Götter haben, glaube ich, die unſterblichen Seelen deßwegen in menſchliche Leiber verpflanzt, damit es Weſen gäbe, welche die Welt(nach allen ihren Theilen) betrachteten, und beim Hinblick auf die Ordnung der Himmelskörper dieſe ſelbſt auch durch regelmägige Gleichförmigkeit des Lebens nachahmten. Zu dieſer Ueberzeugung hat mich nicht bloß eigene Forſchung und Unter⸗ ſuchung geführt, ſondern auch der berühmte Name und das Anſehen der größten Weltweiſen. Ich hörte, daß Pythagoras und die Pythagoräer, die beinahe unſere Landsleute waren, nie daran gezweifelt haben, daß unſere Seelen Theile der allgemeinen Weltſeele wären. Es wurde mir überdieß erzählt, was Sokra⸗ tes am letzten Tage ſeines Lebens von der Unſterb⸗ lichkeit der Seelen geſprochen hatte, er, der durch Apollo's Orakelſpruch für den weiſeſten aller Sterb⸗ lichen erklärt worden war. Kurz, meine Ueberzeu⸗ gung wie meine Anſicht geht dahin: Da der Seele eine ſo raſche Thätigkeit, eine ſo lebhafte Erinnérung an die Vergangenheit und ein ſo heller Blick in die Zukunft zukommt; da ſo viele und ſo ſchwer zu er⸗ lernende Wiſſenſchaften, ſo viele Erfindungen ihr Eigenthum ſind, ſo kann ſie als ein viel umfaſſen⸗ des Weſen nicht ſterblich ſein. Da ferner die Seele in ſteter Bewegung iſt und die Grundurſache ihrer Bewegung bloß in ſich ſelbſt hat, ſo wird dieſe Be⸗