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wo eine Menge Papiere liegen, aber kein unordent⸗ licher Durcheinander, wie oft auf den Tiſchen der Gelehrten. Ein gewiſſer Geiſt der Friſche und des Friedens— nicht der mindeſte Dunſt von Tabaks⸗ rauch— im Zimmer ſcheint zu verkünden, daß ein reiner und lichtliebender Geiſt hier ſeine Wohnung aufgeſchlagen hat.
Die Lampe auf dem runden Tiſch, die unter ihrer blumengeſchmückten Kuppel einen klaren Schein über die nächſte Umgebung verbreitet, beleuchtet einen hochgewachſenen ältern Mann, der in einem hoch⸗ lehnigen Fauteuil ſitzt und den einen Arm auf dem Tiſch ruhen hat. Er hat eines jener Geſichter, durch deren bloße Betrachtung man ſich geſtärkt fühlt. Zeno oder Cato konnten ſo ausgeſehen haben. Doch ruht ein milderes Wohlwollen auf den edlen, ernſten Zügen, und beſonders in dieſer Stunde, wo die tief liegenden Augen ſich bald zu den Sternen erheben, die während ihrer ſtillen Wanderung durch die offenen Fenſter hereinblicken— es iſt ein ſchwediſcher Hoch⸗ ſommerabend— bald ſich zu einem jungen Mädchen ſenken, das ihm gegenüber am Tiſche ſitzt und ihm vorliest, während ein ſtilles Lächeln über den feſten, beinahe ſcharfen Linien der Lippen des alten Herrn ſchwebt.
Das Mädchen iſt jung und hübſch, ſie trägt ein helles Kleid, und hell und licht iſt auch der Aus⸗ druck ihres Geſichtes. Gleichwohl ſiehſt du darauf einen für ſo junge Jahre ungewöhnlichen Ernſt, aber auch dieſer Ernſt iſt hell und licht. In den dunkelblauen Augen ahnt man eine Seele von un⸗ gewöhnlicher Tiefe. Aber dieſe Seele ſcheint noch


