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Die Töchter des Präsidenten : Erzählung einer Gouvernante / von Friederike Bremer. Aus dem Schwed. übers. von G. Fink
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Leben! ſagte Graf Alarich gedankenvoll nach, und was heißt Leben? fragte er, indem er Adelaide lächelnd betrachtete.

Lieben! antwortete Adelaide mit Wärme,und den anbeten, der uns die Liebe gegeben hat. O wie weit weniger würde man von den Gütern des Lebens genießen, wenn man nicht einem allgütigen Geber zu danken hätte! Ich liebe Dich, Alarich, ich danke Gott und das iſt für mich eins, und dieſes Eine iſt meine Glückſeligkeit.

Und ich, meine Adelaide, will ihm dafür, daß er mir Dich geſchenkt hat, als für den beſten Schatz des Lebens danken, ſagte Alarich, indem er ſie innig an ſich drückte und mit einem feurigen Blick zum Himmel emporſah.Aber bloße Gefühle ſind nicht genug für's Leben, wir müſſen...

Ich weiß, ich weiß, unterbrach ihn Adelaide mit einem Kuß und einem ſchelmiſchen Lächeln,wir müſſen denken, ſtudiren, müſſen uns unſerm Geſchlechte nützlich machen, die Geſchichte leſen und Alles das.. Nein, werde nicht ernſthaft! Siehſt Du, alle Weisheit ent⸗ ſteht nur aus der Wärme des Herzens. Wenn die Sonne warm auf die Erde ſcheint, dann bringt dieſe Früchte hervor. Ich liebe Dich was das Intereſſe Deines Lebens iſt, ſoll es auch für das meinige ſein. Dein Land ſoll mein Land, und Deine Freunde ſollen meine Freunde ſein.

Dieſes Letztere ſagte ſie mit innigem Ernſt.

Aber ſage mir, fuhr ſie fort, und auf ihrem Geſichte drückte ſich Lernbegierde und Scherz zugleich aus,ſind die Menſchen in unſerer Zeit mit all ihrer Gelehrſamkeit wirklich glücklicher, als z. B. die Pa⸗ triarchen zu ihrer Zeit waren? Sind die Schweden heut zu Tage beſſer und glücklicher, als ihre unwiſſenden Väter vor mehreren Jahrhunderten waren?

Die größere Maſſe der Menſchen iſt allerdings beſſer und glücklicher, antwortete Alarich.Wiſſen⸗ ſchaft und Kunſt haben durch ihre Fortſchritte der Menſch⸗