erhob. Erde und Bäume kleideten ſich jetzt ſchnell in und diamantenen Schmuck, ſie glitzerten von tauſend Ster⸗ läch nen, allein dieß geſchah nicht, um zu wetteifern, ſon⸗ dern zur Huldigung und zum Danke.
Und dieſes edle Schauſpiel wurde von zwei glück⸗ weit
lichen Menſchen betrachtet. GrafAlarich's Adlerblickruhte geni auf der Sonne und ertrug unabgewandt ihre blendenden dank Strahlen. Adelaide neigte freudig und fromm ihr Haupt, und als wollte ſie die Freudeſpenderin begrüßen, und ſang: Glü „Dir ſoll ertönen mein Sang, Sonne in ſtrahlendem Gang. mir Um deines Königsſtuhls Pracht Lebe Haſt du in tiefblauer Nacht ſich
Deine Vaſallen gereiht, emp Die deinem Dienſte geweiht Lebe Schau'n zu der Herrin hinauf,
Aber im Licht iſt dein Lauf. eine Sieh, es iſt todt die Natur, denk
Und mit dem Bahrtuch der Flur Traurig erbleichende Pracht
Deckt die geſpenſtige Nacht; Langſam im Trauerhaus brennt Düſter die Lampe zu End.
Aber aus öſtlichem Thor
Trittſt du neuſtrahlend hervor; Und von dem Glanze erhellt Jauchzt Dir entgegen die Welt.*)
Hier unterbrach ſie ſich ſchnell, und rief, indem fie voll Vergnügen die Hände zuſammenſchlug;
„Ach, im Frühling, da muß es hier erſt ſchön ſein? Wenn der See hell fließt und die Sonne Blumen um Blumen hervorlockt— und ich alles dieſes mit Dir ſehen, mit Dir genießen darf! O Alarich, wie iſt das Leben ſo ſchön! Wie lieblich iſt es zu leben!“
*) Tegners Sonnengeſang.


