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Und nun, da wir auf ſo gutem Wege find, laßt uns in Adelaiden's Wohnung einkehren. Ich habe ſie die Heimath der Glückſeligkeit genannt, und wünſchte lebhaft, daß du, mein Leſer, ſie auch ſo nennen möch⸗ teſt. Laß ſehen, ob ich nicht mit Hülfe der Feder, die mir meine ſelige Baſe Beate Alltagsgeſetz teſtamentlich vermacht hat, deiner Zunge, o mein Leſer, dieſes Zeug⸗ niß abzulocken vermag.
Ein klarer Novembermorgen brach über M. an. Am Abend des vorhergehenden Tages hatte Graf Alarich ſeine ſchöne junge Frau in die Wohnung ſeiner Väter einge⸗ führt. Da wir im Begriffe ſind, uns in das Haus ein⸗ zudrängen und Indiseretionen zu begehen, ſo laßt uns einen Blick in das Wohnzimmer der jungen Gräfinwerfen. Kein Stäubchen auf dem grünen Teppich, kein Fleckchen an den klaren Fenſtern und Spiegeln. Die Luft iſt von Reſeden durchduftet. Der Kaffeetiſch mit dem blendend weißen Tuch und dem dampfenden Morgentranke ſteht an dem Sopha. Einige ſchöne Gemälde von Schwedens wackern Meiſtern ſchmücken die Wände. Wo haben wir aber die junge Herrſchaft ſelbſt? Dort am Fenſter ſtehen Alarich und Adelaide; er den Arm um ihren Leib ge⸗ ſchlungen, ſie den ſchönen Kopf an ſeine Schulter gelehnt.
Der erſte Schnee war in der Nacht gefallen, und wie ein großes weißes Betttuch lag der See unten an der alten ſtattlichen Burg. Der hochſtämmige Fichtenwald ſtreckte weit umher ſeine ſchneeigen Kronen gen Himmel empor, und auf der andern Seite des Sees erhob ſich ein Bergrücken, in wunderlichen Gebilden. Fernher vom Walde hörte man das Fallen der Aexte und den Tanz ihrer muntern, taktvollen Schläge. Einige große Schnee⸗ flocken fielen noch langſam durch die ruhige Luft herab, der Himmel klärte ſich immer mehr auf und die Wolken färbten ſich immer höher in Purpur und Gold, bis fie ſchnell erbleichen mußten vor dem ſtrahlenden Blick, welchen die Königin des Tags ihnen zuſandte, indem ſie ſich klar und herrlich aus dem weißen Bette im Gebirge


