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Die Töchter des Präsidenten : Erzählung einer Gouvernante / von Friederike Bremer. Aus dem Schwed. übers. von G. Fink
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Das Leben in einer glücklichen Familie iſt eine unaufhörliche Entwickelung, ein ewiger Frühlingstag.

O meine Mutter, o meine geliebten Schweſtern! Ihr, die ihr mich den häuslichen Herd ſegnen gelehrt habt euch ſind dieſe Zeilen geweiht, dieſe dankbaren Thränen, die mein Auge befeuchten.

Ich will von der Familie und dem häuslichen Herde ſprechen, will zu Schwedens Töchtern darüber ſprechen, nicht um ſie Etwas zu lehren, ſondern um ihnen in einem getreuen Spiegel die Bilder wiederzugeben, welche die Edlen unter ihnen mich ſchauen ließen; denn es iſt herrlich, ein Spiegel des Guten zu ſein. Möge dieß mein glückliches Loos im Leben werden!

Ich habe den häuslichen Herd in der Hütte auf der Sandhaide geſehen, ich habe ihn in den fürſtlichen Schlöſ⸗ ſern geſehen, zu deren Verherrlichung ſich Künſte aller Art vereinigt, ich habe ihn in der einfachen und beque⸗ men Wohnung des Bürgers geſehen, und überall, wo Tugend und Liebe das Familienband geknüpft, wo der Genius deſſelben, das gute, ſorgende Weib wachend und wirkend da ſtand, ſah ich dieſelben freundlichen Erſchei⸗ nungen, hörte dieſelben ſchönen Harmonieen, Reichthum und Armuth machten keinen Unterſchied.

Güte und Ordnung, dieſe dienſtbaren Geiſter des Himmels auf Erden, rufen überall denſelben Frieden und daſſelbe Behagen hervor. Keine bittere Wurzel darf da wachſen; wo ſie aufkommen will, zeigte ſich ſtets ein Lächeln oder eine Thräne, und in dieſen ein Wort der Liebe, wodurch ſie erſtickt wird. Liebe wacht über der Wiege des Kindes, über der Ruhe des Greiſes, über dem Wohl und dem Behagen jedes Mitgliedes; um glücklich zu ſein, geht der Menſch aus dem Weltleben heimwärts.

Das betrübte Herz findet in der Heimath Troſt, das bewegte Ruhe, das fröhliche hat in ihr ſein rechtes Lebens⸗ element. Oder wo bekommſt du dieſen anmuthigen Scherz zu hören der bloß reizt, um zu befriedigen, wo dieſe frohen Worte der Zärtlichkeit und des Lobes wo die⸗