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Die Töchter des Präsidenten : Erzählung einer Gouvernante / von Friederike Bremer. Aus dem Schwed. übers. von G. Fink
Entstehung
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ſich hinblickte, als ſuchte ſie ein tiefes Geheimniß zu durchſchauen. Sie erbleichte, und ein leichter Schauer durchzuckte ihre Glieder; endlich ſah ſie frei und klar zu den Umſtehenden auf und ſagte mit einer wunderbar hellen und durchdringenden Stimme:

Und ſollte wirklich dieſe Götterwelt aus der Natur

verſchwunden ſein? Beweiſen nicht gerade dieſe wohl⸗ thuenden Kräfte, welche in ihren Erzeugniſſen verbor⸗ gen liegen, daß die Gottheit noch immer da iſt und wie früher zu den Menſchen ſpricht, wenn ſie auch zu⸗ weilen die Schönheit ihrer Gaben über dem Nutzen vergeſſen, den ſie aus ihnen ſchöpfen? 1 Graf Alarich blickte ſie mit einem Lächeln voller Befriedigung an, der Mann mit den Epauletten gaffte verwundert, und Angelika fuhr mit einer begeiſterungs⸗ vollen Ruhe fort!

Die Gottheit gibt ſich ihrer Schöpfung, ſie ver⸗ leibt ſich derſelben ein... o das muß eine ewige Wahr⸗ heit ſein. Iſt Jemand unter uns, der Gott nicht in der Natur erkennt, der nicht in ihr ſein Werk geleſen hat? Aber in der chriſtlichen Offenbarung gibt ſich Golt anders zu erkennen, als in der griechiſchen Mythologie, Gleichwie er ſich der Gemeinde durch das Wort, ſo gibt er ſich der Natur durch die Sonne, und Menſchen und Blumen trinken aus demſelben Liebesborn..

Angelika ſchwieg und ſchien nachzuſinnen; ſodann fuhr ſie mit einem ſtrahlenden Lächeln fort:

Wenn die Sonne am Himmel mit ihrer Wärme und ihrem Licht die Pflanzen ſpeist, ſegnet und ihnen das Abendmahl gibt(denn was die Sonne nicht ſegnet und heiligt, das hat keine Kraft), da ſagt ſie zu ihnen; Nehmet hin und eſſet, das bin ich! Aber ſie zertheilt ſich nicht in dieſe unzähligen Hoſtien, ſondern bleibt am Himmel dieſelbe.*)

Dieſer Gebanke gehört Franz Baader. Siehe vierziz Sätze aus einer religiöſen Erotik. Anm. d. verß